Wenn das vorliegende Sparprogramm eine Mehrheit erzielt, dann werden bestehende Benachteiligungen bestätigt und neue geschaffen. Dann bestätigt der Kanton Luzern, dass er als Arbeitgeber gegenüber seinen Angestellten kein verlässlicher  Partner ist  oder sogar , dass er das gar nicht sein will.

Das Sparprogramm ist ein völliger Zufall. Die Regierung wollte letztes Jahr mehr Steuern, weil sie merkte, dass die neoliberale und in Deutschland längst gescheiterte Westerwellsche Steuersenkungspolitik falsch ist. Sie hat auch gesehen, dass es noch andere Wettbewerbsmerkmale gibt als nur den Wettbewerb der Steueransätze. 

Jetzt sagen Kantonsräte , die Regierung schlage die Sparmassnahmen vor und fast alle Regierungsräte erwidern, der Kantonsrat habe das ja so befohlen. Dieses "Hickhack" sollte man nicht machen auf Kosten der ohnehin schon Benachteiligten und auf Kosten eines so hohen Gutes unserer Kultur, der  Verlässlichkeit!

Und was habe ich am 9. Nov. in den Medien? Die CVP fordert die Erarbeitung eines neuen Finanzleitbildes, welches eine klare finanzpolitische Strategie erkennen lässt. Wir haben also unklare Verhältnisse! Und in dieser Unklarheit soll nur eines klar sein: Leistungen kürzen in Schulen, in der Kultur, bei der Polizei und Sicherheit, in den Spitälern auf Kosten der ohnehin schon Benachteiligten?

Nein, das will ich nicht - das wollen wir nicht, das will fast niemand. Machen Sie als vernünftige Kantonsrätinnen und Kantonsräte dieses Sparprogramm zu Rauch und Asche. Sie haben schon bessere Vorlagen auch versenkt!

Xaver Vogel, Präsident KAB Kanton Luzern, Menzberg

"Kleine Läden können durch die Ladenöffnungszeiten nicht gerettet werden," sagen die Befürworter der Vorlage. Das glaube ich auch. Vielmehr sind es die Konsumenten, welche durch Käufe vor Ort bei einer Vollkostenrechnung günstiger und besser und zur Erhaltung der Läden einkaufen können. 

Trotzdem bin ich ein überzeugter Gegner von mehr Ladenöffnungszeiten. Der neue Coop Direktor hat gesagt, die Vorschriften über Ladenöffnungszeiten seien zu Fall zu bringen. Gelingen könne dies aber nur in kleinen Schritten ! Am 17. Juni geht es um einen solchen kleinen Schritt. Es ist ein Schritt in eine 24-Stunden Gesellschaft, in der es keine Ruhe und auch keinen Sonntag mehr geben soll. Das will ich nicht. Ich lehne deshalb auch diese Liberalisierungsabsichten der Grossverteiler ab, denen es gelingt, ihre Strategien als Bedürfnis der Konsumenten zu deklarieren. Umfragen bestätigen die Behauptungen der Grossverteiler nicht!

Liberalisierungen von Ladenöffnungszeiten sind Ausdruck des in den letzten Jahren gewachsenen Neoliberalismus. Für ein gutes Zusammenleben als Gesellschaft hat dieser Neoliberalismus ganz erheblichen Schaden angerichtet und tut es weiter. Liberalisierungen bei den Ladenöffnungszeiten wäre ein weiterer Schaden. Und warum sind nur Ladenöffnungszeiten zu verlängern und nicht auch Dienstleistungen?

Das gesellschaftliche öffentliche Leben entwickelt sich immer hektischer, gieriger und rücksichtsloser. Oasen der Ruhe, der Besinnung und der Entschleunigung werden nach meinem und unserem (KAB) Dafürhalten immer wichtiger. Das Bedürfnis nach Gesundheit, Wohlergehen und Zufriedenheit braucht solche Oasen. Längere Ladenöffnungszeiten bewirken das Gegenteil. Ich will das nicht und ich empfehle Ihnen dringend, es auch nicht zu wollen und zur Vorlage "erweiterte Ladenöffnungszeiten" nein zu stimmen. 

Xaver Vogel, Menzberg, Präsident KAB (Katholische Arbeitnehmer Bewegung)