Angefangen hat der Fuchslochweg 1998, als die Stadt Gossau Menzberg zur Bundesfeier einlud und dafür Fr. 10`000.- für ein Gemeinschaftswerk im Dorf sponserte. In einer Projektwoche hat die Oberstufe Menznau vor den Sommerferien 1999 mit über 100 Jugendlichen und einem Dutzend Lehrpersonen diesen Fuchslochweg angelegt. 

Im Sommer 2013 wurden Weg und Beschriftungen gründlich restauriert. Neu wurden ab hier Abzweigung links zur Steinhalde dem Waldrand entlang Bäume, Pflanzen und einige Raubvögel beschrieben. Recheriert hat dies Josef Vogel, Lehrer in Menzberg. 

Die Montage und weitere handwerkliche Unterhaltsarbeit leistete der Gemeindewerkdienst mit Walter Distel, Sepp Schurtenberger und Pirmin Stöckli. Gravuren Blum, Menzberg hat die Infotafeln auf den Eisenbahnschwellen neu hergestellt und andere Tafeln sind von Röösli, Reklam Wolhusen. Textproduktion und Projektleitung war bei Xaver Vogel, Menzberg.

Erlöse aus Anlässen der Vereine ermöglichten diese Restaurierung. Diese Anlässe und die Vereine selber werden deshalb an den Wegweistafeln kurz vorgestellt.

Lieber Wanderer

Wir laden dich ganz freundlich zur bevorstehenden Wanderung ein. Sie dauert ca 2 Stunden. An der Route gibt es „Rastplätzli“ Info- und Orientierungstafeln. Der Weg ist markiert. 

Der Weg führt hinunter via Hof „Rüeblispitz“ zur Fuchslochhöhle. Sie lädt speziell zum Verweilen ein. Von dort geht der Weg auf einem Flachstück der Fuchslochstrasse entlang weiter. Es folgt ein steiler Aufstieg zur Waldlichtung Raperboden. Auf dem alten „Kirchen- und Schulweg“ kann man vorbei am Hof Wydenbach den Kreis zum Dorf bereits wieder schliessen. Wer noch mag, kann den prächtigen Hügelkamm zur Sperbelegg und hinauf auf das Oberlehn mit dem beschriebenen Panorama auf 1130 m ü M. erreichen. 

Am Weg findest Du an mehreren Stationen Informationen über das Leben auf Menzberg früher und jetzt. Der Rundweg ist auch mit Informationen über die Pflanzen und Tierwelt ausgestattet. 

Den Rundweg hat die Oberstufe Menznau im Sommer 1999 als Projekt errichtet. Seither wurde der Weg immer wieder ergänzt und unterhalten.

Folgende Personen, Ereignisse und Institutionen haben diesen Rundwanderweg ermöglicht und unterstützt:

  • Stadt Gossau SG anlässlich der Einladung 1998 zur Gestaltung der Bundesfeier in Gossau durch hundertfünfzig Mitwirkende aus Menzberg.
  • Gemeinde Menznau; Oberstufe Menznau, Projektarbeit 1999 
  • Erlös aus dem  Heimatspiel 2004 "Of em Mänzbärg deheimä" nach der Renovation der Schulanlage auf Menzberg. Mitwirkende: alle Vereine des Dorfes
  • Erlös aus dem Freilichtspiel "Brand i de Chele" 2010 anlässlich 200 Jahre Dorf und Pfarrei Menzberg. Mitwirkende: fast die ganze Bevölkerung.
  • Franz Vogel, Zeichner des Panoramas auf Schüregg und Oberlehn.
  • Die Landbesitzer, welche das Stellen von Infotafeln dulden.
  • Xaver Vogel-Felder sel. Er engagierte sich für die Bergwelt in Menzberg 
  • Theo und Niggi Ter Pelle, Bewohner aus Holland auf Menzberg.

 

Standort: Fam. Tony Vogel, Schüregg

  • Der Platz, wo wir uns jetzt befinden, wird "Fuchsloch" genannt. Markenzeichen dieses Platzes ist der  Wasserfall, der vor allem im Winter eigenartige Naturschauspiele bietet.
  • Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auf der Ebene zwei Liegenschaften bewohnt und bewirtschaftet. Familie Hayoz aus dem Freiburgischen war die letzte Familie, die hier wohnte.
  • Oberhalb des Wasserfalles war das "Heimetli" Rüeblispitz, das zur selben Zeit bewohnt und bewirtschaftet wurde. Die Scheune wurde  1963 vom Schnee zerstört.
  • Hans Loosli, Buchen und Xaver Vogel-Felder, Schüregg transportierten das Haus mit einem Einachser und einem Muck für den damaligen Briefträger Seppi Kurmann-Schmidiger auf den Dorfhoger, wo es heute noch als umgebautes Wohnhaus dient. 
  • Das Gebiet hier war karg erschlossen. Der Staat baute Ende der 50er Jahre eine Waldstrasse.  1999 verbesserte Pfarrer Leo Senn mit Hilfe von Militäreinheiten die Strasse. Er schaffte so die Verbindung des Pfarreigebietes Romoos  mit der Pfarrei Menzberg. 
  • In der Umgebung gibt es die Hofbezeichnungen Wolf, Bärbühl, Sperbelegg. Sie deuten auf die Existenz von Wolf, Fuchs, Bär, Sperber hin.
  • Ca 1990 konnten ältere Menzberger noch 25 Heimetli aufzählen, welche um die Zeit des zweiten Weltkrieges  an Orten bewohnt  wurden, wo heute Wald ist. Überreste von Kellermauern erinnern noch an Standorte solcher Höfe.
  • Der Staat bewaldete die gekauften Höfe um Überschwemmungsgefahren zu verringern. 

Die Skulpturen

Beim Wasserfall und an der Nagelfluh sehen wir zwei Skulpturen aus Schweizer Marmor von Peccia. Ein Künstler, der anonym bleiben möchte, hat "S`Rüeblispitzmargritli ond de Änzilochmiggu" wieder zum Leben erweckt und dem Verein Menzberg mit Weitsicht geschenkt.

Die beiden jungen Leute sind die Hauptfiguren des gleichnamigen historischen Romans , der 2010 anlässlich des 200 -jährigen Bestehens der Pfarrei Menzberg erschienen ist. Darin wird am Beispiel der Lebensgeschichten von Margritli und Miggu das Leben im Napfgebiet vor allem zu jener Zeit beschrieben. 

 

Standort: Fuchsloch - Kantonsgebiet

Der Platz, wo wir uns jetzt befinden, heisst Widenbach.  In der Umgebung gibt oder gab es die Höfe Fuchsloch, Bärbühl, Rüeblispitz, Mehlschnutten, Wolf, Sperbelegg, Oberlehn. Die Höfe weisen teilweise auf Tiere hin, welche hier gelebt haben dürften. Das von Wald umgebene Heimetli Widenbach ist sehr mild. Es gibt Menschen, welche hier besondere Kraftstrahlungen festgestellt haben. Das Heimetli gehörte bis 2006 zusammen mit der Alp Oberlehn der Familie Schnider von Wartensee, Sursee. 2006 konnte es die langjährige Bewirtschafterfamilie Fölmli von der Sperbelegg erwerben. Das Haus wurde in den 60er Jahren letztmals von einer Familie bewohnt. Der Weg an diesem Haus vorbei wurde von einigen Familien aus der Umgebung auch als Kirchweg zu Menzberg benutzt. Er kann immer noch begangen werden, wird aber als solcher nicht unterhalten. Die Wegspuren müssen teilweise gesucht werden.

Unterhalb im Wald ist die Fuchslochhöhle. Dort stehen weitere Beschriebe und zwei Marmorskulpturen. Die Skulpturen stellen "de Änzilochmiggu ond s`Rüeblispitzmargritli" dar. Das sind zwei erfundene Hauptfiguren des gleichnamigen historischen Romans. Der Roman erschien 2010 und erzählt in Wort und Bild vom Leben im Napfgebiet vor allem zur Gründungszeit des Dorfes und der Pfarrei Menzberg im Jahre 1810.

Auch hier ereignet sich von dem, was im unten stehenden Text steht: 

Um 1990 herum konnten ältere Menzberger noch 25 Heimetli aufzählen, welche um die Zeit des zweiten Weltkrieges bewohnt wurden, wo heute Wald ist. Einzelne Überreste von Kellermauern weisen darauf hin, dass diese steilen «Börter» einmal landwirtschaftlich genutzt wurden. Noch konnten sich diese Menzberger an die Liegenschaften und an die Namen der letzten Besitzer erinnern. 

Wenn wir an die Topographie des Napfgebietes denken mit den vielen Schluchten und Krächen, mit den zahlreichen Bächen, die bei schönem Wetter lieblich dahinplätschern, sich aber nach Gewittern wie reissende Flüsse tosend und krachend um Gehölz und Gesteine winden, dann verwundert es  gar nicht, dass hier früher und auch heute noch Menschen von Geistern und vom Spuken reden. Es ist mehr als verständlich, dass sich die Bevölkerung zur Erklärung eben unerklärlicher Naturgegebenheiten das Auftreten und das Wirken von Geistern und Dämonen zu Hilfe nahm. Das Fuchsloch ist einer von vielen  Orten, wo Sagen und Geschichten entstehen konnten und immer noch können. Es befindet sich gleich unterhalb dieses Hofes Widenbach.

 

Standort: Widenbach der Familie Othmar Fölmli, Sperbelegg

Fontanne - Änziloch - Rüeblispitz

Vor uns steht das Fontannental. Das Tal trägt den Namen des Flusses kleine Fontanne. Der Fluss muss schon den Römern bekannt gewesen sein, ist der Name doch vom lateinischen Begriff fontana=Quelle abgeleitet.  Er führt, wie alle Napfbäche,  Gold mit sich. 

Ganz hinten im Fontannental  liegt der Graben des „Anziloch“. Die Stächeleggflueh schliesst das Tal ab. Dieser Änzilochgraben ist landschaftlich höchst interessant und sagenerfüllt. Ganz hinten im Tal rechts am Hang gibt es den Hof Änziloch.

Im Änziloch soll die erfundene Romanfigur "Änzilochmiggu" gelebt haben. Miggu und Margritli sind die Hauptfiguren des historischen Romans "De Änzilochmiggu ond s`Rüeblispitzmargritli". Am Beispiel ihrer Lebensgeschichten ist in diesem Roman das Leben im Napfgebiet beschrieben. Der Roman ist anlässlich des 200 -jährigen Bestehens der Pfarrei Menzberg 2010 erschienen.   

Den Roman , das Heimatspiel  2004 "Of em Mänzbärg deheimä" , des   Freilichtspiel "Brand i de Chele" 2010 und die Informationstafeln an diesem Weg  hat Xaver Vogel, Menzberg produziert. 

Den Hof Rüeblispitz, wo Margitli gelebt haben soll,  gibt es heute nicht mehr. Er war unweit von hier links unterhalb des Waldes. Er ist wie viele andere Höfe im Fontannengebiet vom Staat gekauft und aufgeforstet worden. 

Der ganze Weg, der nun vor uns liegt, führt durch ein Gebiet, das zur Zeit des Änzilochmiggu und des Rüeblispitzmargritli noch landwirtschaftlich bebaut worden war.

Auf dem kleinen Lebensraum hier gab es nicht viele Familiennamen. Als Unterscheidungsmerkmal setzte man deshalb die Hofherkunft zum Vornamen. So wurde aus der Margrit Renggli das Rüeblispitzmargritli und aus dem Emil Röösli vom Änziloch der "Änzilochmiggu". 

Wir sind hier am Ort, wo die beiden jungen Menschen bei ihrem gemeinsamen Kirchgang nach Menzberg oft waren.  Anonyme Künstler haben von den beiden jungen Leuten mächtige Holzskulpturen geschaffen. Der Verein "Weitsicht" konnte die Skulpturen als Geschenk übernehmen und gab ihnen beim Wasserfall im Fuchsloch einen geeigneten Platz.

Wenn wir an die Topographie des Napfgebietes denken mit den vielen Schluchten und Krächen, mit den zahlreichen Bächen, die bei schönem Wetter lieblich dahinplätschern, sich aber nach Gewittern wie reissende Flüsse tosend und krachend um Gehölz und Gesteine winden, dann verwundert es  gar nicht, dass hier früher und auch heute noch Menschen von Geistern und vom Spuken reden. Es ist mehr als verständlich, dass sich die Bevölkerung zur Erklärung unerklärlicher Naturgegebenheiten das Auftreten und das Wirken von Geistern und Dämonen zu Hilfe nahm. Das Fontannental, der Wydenbach, das Änziloch, das Fuchsloch sind   Orte, wo Sagen und Geschichten entstehen konnten und immer noch gedeihen können.

 

Standort: Näisegg der Familie Fredy Haldi, Zibershus

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